Die Fünf Übungswege der Achtsamkeit Die Vierzehn Übungswege der Achtsamkeit
Die drei Erdberührungen Die fünf Erdberührungen
Das Anrufen der Bodhisattvas Die fünf Gewissheiten
Das Läuten der Glocke


Gegenüberstellung der englischen Version der alten und neuen 14 Achtsamkeitsübungen


Die 5 Übungswege der Achtsamkeit

Schwestern und Brüder in der Gemeinschaft, dies ist der Moment, in dem wir voller Freude die fünf Achtsamkeitsübungen gemeinsam rezitieren. Die fünf Achtsamkeitsübungen verkörpern die buddhistische Vision einer globalen Spiritualität und Ethik. Sie sind ein konkreter Ausdruck der Lehren des Buddha über die „Vier Edlen Wahrheiten“ und den „Edlen Achtfachen Pfad“. Dieser Pfad von rechtem Verstehen und wahrer Liebe führt zu Heilung, Transformation und Glück in uns und in der Welt. Die fünf Achtsamkeitsübungen zu praktizieren bedeutet, die Einsicht des „Interseins“ und damit „Rechte Sichtweise“ zu entwickeln, die jede Form von Diskriminierung, Intoleranz, Ärger, Angst und Verzweiflung aufzulösen vermag. Wenn wir in Übereinstimmung mit den fünf Achtsamkeitsübungen leben, sind wir schon auf dem Weg eines Bodhisattvas. In dem Wissen, dass wir auf diesem Weg sind, verlieren wir uns nicht in Verwirrung über unser Leben in der Gegenwart oder in Sorgen über die Zukunft.

Die 1. Achtsamkeitsübung:Achtung vor dem Leben

Im Bewusstsein des Leidens, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, bin ich entschlossen, Mitgefühl und Einsicht in das „Intersein“ zu entwickeln und Wege zu erlernen, das Leben von Menschen, Tieren, Pflanzen und unserer Erde zu schützen. Ich bin entschlossen, nicht zu töten, es nicht zuzulassen, dass andere töten, und keine Form des Tötens zu unterstützen, weder in der Welt noch in meinem Denken oder in meiner Lebensweise. Im Wissen, dass schädliche Handlungen aus Ärger, Angst, Gier und Intoleranz entstehen, die ihrerseits dualistischem und diskriminierendem Denken entspringen, werde ich mich in Unvoreingenommenheit und Nicht-Festhalten an Ansichten üben, um Gewalt, Fanatismus und Dogmatismus in mir selbst und in der Welt zu transformieren.
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Die 2. Achtsamkeitsübung:Großzügigkeit

Im Bewusstsein des Leidens, das durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und Unterdrückung entsteht, bin ich entschlossen, Großzügigkeit in meinem Denken, Reden und Handeln zu praktizieren. Ich bin entschlossen, nicht zu stehlen und nichts zu besitzen, was anderen zusteht. Ich werde meine Zeit, Energie und materiellen Mittel mit denen teilen, die sie brauchen. Ich werde mich in tiefem Schauen üben, um zu erkennen, dass das Glück und das Leiden anderer nicht getrennt sind von meinem Glück und meinem Leiden, dass wahres Glück nur möglich ist mit Verstehen und Mitgefühl und dass es viel Leiden und Verzweiflung bringen kann, hinter Reichtum, Ruhm, Macht und sinnlichem Vergnügen herzujagen. Ich bin mir bewusst, dass Glücklichsein von meiner geistigen Haltung und nicht von äußeren Umständen abhängig ist und dass ich glücklich im gegenwärtigen Augenblick leben kann, indem ich mich daran erinnere, dass ich bereits mehr als genug Bedingungen habe, um glücklich zu sein. Ich bin entschlossen, „Rechten Lebenserwerb“ zu praktizieren, um so dazu beizutragen, das Leiden der Lebewesen auf dieser Erde zu verringern und den Prozess der globalen Erwärmung umzukehren.
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Die 3. Achtsamkeitsübung: Sexuelle Verantwortung

Im Bewusstsein des Leidens, das durch sexuelles Fehlverhalten entsteht, bin ich entschlossen, Verantwortungsgefühl zu entwickeln und Wege zu erlernen, die Sicherheit und Integrität von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Im Wissen, dass sexuelles Verlangen nicht Liebe ist und dass sexuelles Handeln, das durch Begierde motiviert ist, immer sowohl mir als auch anderen schadet, bin ich entschlossen keine sexuelle Beziehung einzugehen, ohne wahre Liebe und die Bereitschaft zu einer tiefen, langfristigen und verantwortlichen Bindung, von der meine Familie und meine Freunde wissen.
Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und um zu verhindern, dass Paare oder Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinanderbrechen. In dem Bewusstsein, dass Körper und Geist eins sind, bin ich entschlossen, geeignete Wege zu erlernen, um gut mit meiner sexuellen Energie umzugehen und die vier grundlegenden Elemente wahrer Liebe – liebevolle Güte, Mitgefühl, Freude und Unvoreingenommenheit – zu entwickeln, sodass mein eigenes Glück und das Glück von anderen wachsen kann. Indem wir wahre Liebe üben, werden wir auf sehr schöne Weise in die Zukunft fortbestehen.
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Die 4. Achtsamkeitsübung: Aufmerksames Zuhören und liebevolles Sprechen

Im Bewusstsein des Leidens, das durch unachtsame Rede und aus der Unfähigkeit, anderen zuzuhören, entsteht, bin ich entschlossen, liebevolles Sprechen und mitfühlendes Zuhören zu üben, um Leiden zu lindern und Versöhnung und Frieden in mir und zwischen anderen Menschen, ethnischen und religiösen Gruppen und Nationen zu fördern. Im Wissen, dass Worte sowohl Glück als auch Leiden hervorrufen können, bin ich entschlossen, wahrhaftig zu sprechen und Worte zu gebrauchen, die Vertrauen, Freude und Hoffnung wecken. Wenn Ärger in mir aufsteigt, bin ich entschlossen, nicht zu sprechen.
Ich werde achtsames Atmen und Gehen praktizieren, um meinen Ärger zu erkennen und tief in seine Wurzeln zu schauen, besonders in meine falschen Wahrnehmungen und mein fehlendes Verständnis für mein eigenes Leiden und das der anderen Person. Ich werde in einer Weise sprechen und zuhören, die mir und dem anderen helfen kann, Leiden zu transformieren und einen Weg aus schwierigen Situationen zu finden. Ich bin entschlossen, keine Nachrichten zu verbreiten, wenn ich nicht sicher bin, dass sie der Wahrheit entsprechen, und Äußerungen zu unterlassen, die Trennung oder Uneinigkeit verursachen können. Ich werde „Rechtes Bemühen“ praktizieren, um meine Fähigkeit zu Liebe, Verstehen, Freude und Unvoreingenommenheit zu nähren und um allmählich Ärger, Gewalt und Angst, die tief in meinem Bewusstsein liegen, zu verwandeln.
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Die 5. Achtsamkeitsübung:Achtsamer Umgang mit Konsumgütern

Im Bewusstsein des Leidens, das durch unachtsamen Konsum entsteht, bin ich entschlossen, auf körperliche und geistige Gesundheit für mich selbst, meine Familie und meine Gesellschaft zu achten, indem ich achtsames Essen, Trinken und Konsumieren praktiziere. Ich werde mich darin üben, tief zu schauen, um meinen Konsum und meinen Umgang mit den vier Arten von Nahrung – Essbarem, Sinneseindrücken, Willenskraft und Bewusstsein – zu erkennen. Ich bin entschlossen, weder Alkohol noch Drogen oder andere Dinge zu benutzen, die Gifte enthalten, wie z.B. bestimmte Internetseiten, Glücksspiele, elektronische Spiele, Fernsehsendungen, Filme, Zeitschriften, Bücher oder Gespräche. Ich werde mich darin üben, zum gegenwärtigen Augenblick zurückzukommen, um mit den erfrischenden, heilenden und nährenden Elementen in mir und um mich herum in Berührung zu sein. So lasse ich mich weder von Bedauern und Kummer in die Vergangenheit ziehen noch von Sorgen, Angst oder Begierden aus dem gegenwärtigen Augenblick bringen. Ich bin entschlossen, nicht zu versuchen, Einsamkeit, Angst oder anderes Leiden zu überdecken, indem ich mich im Konsum verliere. Ich werde das „Intersein“ tief betrachten und auf eine Weise konsumieren, die Frieden, Freude und Wohlergehen sowohl in meinem Körper und Bewusstsein als auch im kollektiven Körper und Bewusstsein meiner Familie, meiner Gesellschaft und unserer Erde bewahrt.
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Die Vierzehn Achtsamkeitsübungen

Die erste Übung der Achtsamkeit: Offenheit

Im Bewusstsein des Leides, das durch Fanatismus und Intoleranz entsteht, sind wir entschlossen, Lehrmeinungen, Theorien oder Ideologien, einschließlich der buddhistischen, nicht zu vergöttern und uns nicht an sie zu binden. Buddhistische Lehren sind Hilfsmittel, die es uns ermöglichen, durch tiefes Schauen Verstehen und Mitgefühl zu entwickeln. Sie sind keine Dogmen, für die gekämpft, getötet oder gestorben werden sollte.
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Die zweite Übung der Achtsamkeit:Nicht-Haften an Ansichten

Im Bewusstsein des Leides, das durch das Festhalten an Ansichten und falschen Wahrnehmungen entsteht, sind wir entschlossen, Engstirnigkeit zu vermeiden und uns nicht an unsere gegenwärtigen Ansichten zu binden. Wir wollen das Nicht-Haften an Ansichten üben, um für die Erkenntnisse und Erfahrungen anderer offen zu sein. Wir sind uns bewusst, dass unser derzeitiges Wissen keine unveränderliche, absolute Wahrheit ist. Da sich Wahrheit nur im Leben selbst findet, wollen wir in jedem Augenblick das Leben in uns und um uns herum achtsam wahrnehmen und bereit sein, ein Leben lang zu lernen.
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Die dritte Übung der Achtsamkeit:Freiheit des Denkens

Im Bewusstsein des Leides, das durch Aufzwingen von Meinungen entsteht, sind wir entschlossen, niemandem - auch nicht Kindern - unsere Meinungen aufzunötigen, weder durch Autorität, Drohung, Geld, Propaganda, noch Indoktrination. Wir wollen das Recht anderer respektieren, anders zu sein und selbst zu wählen, an was sie glauben und wofür sie sich entscheiden. Wir wollen jedoch unseren Mitmenschen in anteilnehmendem Gespräch helfen, Fanatismus und Engstirnigkeit zu überwinden.
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Die vierte Übung der Achtsamkeit:Bewusstheit für das Leiden

Im Bewusstsein, dass es uns helfen kann, Mitgefühl zu entwickeln und Wege zur Überwindung des Leidens zu finden, wenn wir tief in die Natur des Leidens schauen, sind wir entschlossen, dem Leiden nicht aus dem Weg zu gehen oder die Augen davor zu verschließen. Wir verpflichten uns, Kontakt mit denen zu suchen, die leiden. Auf diese Weise erlangen wir tiefes Verständnis für ihre Situation und verhelfen ihnen dazu, ihr Leiden in Mitgefühl, Frieden und Freude zu verwandeln.
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Die fünfte Übung der Achtsamkeit:Gesund und einfach leben

Im Bewusstsein, dass wahres Glück in Frieden, Festigkeit, Freiheit und Mitgefühl wurzelt, nicht aber in Reichtum und Ruhm, sind wir entschlossen, unser Leben nicht auf Ruhm, Profit, Reichtum oder sinnliches Vergnügen auszurichten und auch keine Reichtümer anzuhäufen, solange Millionen hungern und sterben. Wir verpflichten uns, ein einfaches Leben zu führen und unsere Zeit, Energie und materiellen Mittel mit denen zu teilen, die in Not sind. Wir üben uns darin, achtsam zu essen, zu trinken und zu konsumieren und auf Alkohol, Drogen und andere Mittel zu verzichten, die uns und unserer Gesellschaft körperlich und geistig schaden können.
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Die sechste Übung der Achtsamkeit:Mit Ärger umgehen

Im Bewusstsein des Leides, das durch Hass und Ärger entsteht, sind wir entschlossen, die Energie des aufsteigenden Ärgers achtsam wahrzunehmen, um seine in den Tiefen unseres Bewusstseins liegenden Samen zu erkennen und zu verwandeln. Wenn Ärger in uns aufkommt, wollen wir nichts tun oder sagen, sondern achtsames Atmen oder achtsames Gehen praktizieren und ihn annehmen, ihn mit unserer Achtsamkeit umarmen und tief in ihn hineinschauen. Wir wollen lernen, diejenigen, die wir für die Verursacher unseres Ärgers halten, mit mitfühlenden Augen zu sehen.
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Die siebte Übung der Achtsamkeit:Glücklich im gegenwärtigen Augenblick verweilen

Im Bewusstsein, dass Leben nur im gegenwärtigen Augenblick stattfindet und dass es nur im Hier und Jetzt möglich ist, glücklich zu leben, verpflichten wir uns zu der Übung, jeden Augenblick des täglichen Lebens in tiefer Bewusstheit zu leben. Wir wollen versuchen, uns nicht in Zerstreuungen, im Bedauern über die Vergangenheit oder in Sorgen über die Zukunft zu verlieren. Wir wollen uns in der Gegenwart nicht von Begehrlichkeiten, Ärger oder Eifersucht gefangen nehmen lassen. Wir wollen achtsames Atmen üben, um zu dem zurückzukehren, was im gegenwärtigen Augenblick geschieht. Wir sind entschlossen, die Kunst des achtsamen Lebens zu erlernen, indem wir die wunderbaren, erfrischenden und heilenden Kräfte berühren, die wir in uns und um uns herum vorfinden. Indem wir den Samen der Freude, des Friedens, der Liebe und des Verstehens in uns Nahrung geben, fördern wir den Prozess der Transformation und Heilung in unserem Bewusstsein.
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Die achte Übung der Achtsamkeit:Gemeinschaft und Kommunikation

Im Bewusstsein, dass ein Mangel an Kommunikation stets Trennung bewirkt und Leiden schafft, verpflichten wir uns, mitfühlendes Zuhören und liebevolle Rede zu üben. Wir wollen lernen, tief zuzuhören, ohne zu bewerten oder zu reagieren und es unterlassen, Worte zu äußern, die Zwietracht säen oder zu einem Bruch in der Gemeinschaft führen können. Wir wollen keine Anstrengung scheuen, um die Kommunikation aufrechtzuerhalten, zu versöhnen und Konflikte zu lösen, so klein sie auch sein mögen.
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Die neunte Übung der Achtsamkeit:Wahrhafte und rechte Rede

Im Bewusstsein, dass Worte sowohl Leid als auch Glück hervorrufen können, wollen wir wahrhaftig und aufbauend reden lernen und nur so sprechen, dass Hoffnung und Vertrauen geweckt werden. Wir sind entschlossen, nichts Unwahres zu sagen, weder aus Eigeninteresse, noch um andere zu beeindrucken. Wir wollen keine Nachrichten verbreiten, für deren Wahrheitsgehalt wir uns nicht verbürgen können und nichts kritisieren oder missbilligen, worüber wir nichts Genaues wissen. Wir wollen unser Bestes tun, Unrecht beim Namen zu nennen, selbst dann, wenn wir dadurch unsere eigene Sicherheit gefährden.
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Die zehnte Übung der Achtsamkeit:Die Sangha schützen

Im Bewusstsein, dass die Übung des Verstehens und Mitfühlens Sinn und Ziel einer Sangha ist, sind wir entschlossen, die Gemeinschaft weder zum Zwecke persönlichen Vorteils oder Gewinns zu benutzen, noch sie in ein politisches Instrument zu verwandeln. Eine spirituelle Gemeinschaft sollte jedoch deutlich Stellung beziehen gegen Unterdrückung und Unrecht und bemüht sein, entsprechende Zustände zu verändern, ohne sich in parteiliche Konflikte verstricken zu lassen.
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Die elfte Übung der Achtsamkeit:Rechter Lebenserwerb

Im Bewusstsein, dass unserer Umwelt und Gesellschaft Gewalt und großes Unrecht angetan worden ist, sind wir entschlossen, in unserem Lebenserwerb den Menschen und der Natur nicht zu schaden. Wir wollen unser Bestes tun und eine Lebensweise wählen, die dazu beiträgt, unser Ideal von Verstehen und Mitgefühl zu verwirklichen. In Kenntnis der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Wirklichkeiten unserer Welt wollen wir uns als Konsumentinnen und Konsumenten und Bürgerinnen und Bürger verantwortungsbewusst verhalten und nicht in Unternehmen investieren, die andere ihrer Lebensmöglichkeiten berauben.
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Die zwölfte Übung der Achtsamkeit:Ehrfurcht vor dem Leben

Im Bewusstsein, dass Kriege und Konflikte großes Leid verursachen, sind wir entschlossen, in unserem täglichen Leben Gewaltlosigkeit, Verstehen und Mitgefühl zu entwickeln. Wir wollen innerhalb von Familie, Gesellschaft, Staat und in der Welt zur Erziehung zum Frieden beitragen, bei Streitigkeiten in Achtsamkeit vermittelnd eingreifen und Versöhnung fördern. Wir sind entschlossen, nicht zu töten und es nicht zuzulassen, dass andere töten. Zusammen mit unserer Sangha wollen wir uns im tiefen Schauen üben, um bessere Wege zum Schutz des Lebens und zur Verhinderung von Kriegen zu finden.
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Die dreizehnte Übung der Achtsamkeit:Freigiebigkeit

Im Bewusstsein, dass durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und Unterdrückung Leiden entsteht, verpflichten wir uns, liebende Güte zu pflegen und Wege zu beschreiten, die zum Wohlergehen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien beitragen. Wir wollen Freigebigkeit praktizieren, indem wir unsere Zeit, Energie und materiellen Güter mit den teilen, die in Not sind. Wir sind entschlossen, nicht zu stehlen und nichts zu besitzen, was anderen zusteht. Wir wollen das Eigentum anderer achten und werden andere davon abhalten, sich an menschlichem Leiden und am Leiden anderer Wesen zu bereichern.
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Die vierzehnte Übung der Achtsamkeit für Laienübende:Rechte Lebensführung

Im Bewusstsein, dass eine sexuelle Beziehung, die allein auf Begierde beruht, das Gefühl der Einsamkeitnicht auflöst, sondern noch mehr Leiden, Frustration und Einsamkeit hervorruft, sind wir entschlossen, eine sexuelle Beziehung nur auf der Basis von Liebe, gegenseitigem Verstehen und der Bereitschaft zu einer langfristigen und verpflichtenden Bindung einzugehen. Wir sind uns bewusst, dass eine sexuelle Beziehung die Ursache für künftiges Leid sein kann. Wir wissen, dass wir unsere eigenen und die Rechte und Verpflichtungen anderer respektieren müssen, wenn wir unser eigenes und das Glück anderer bewahren wollen. Wir wollen alles tun, was in unserer Macht steht, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und um zu verhindern, dass Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten entzweit werden. Wir wollen unseren Körper rücksichtsvoll behandeln und unsere Lebensenergien ( die sexuelle Energie, den Atem, den Geist ) der Verwirklichung unseres Bodhisattva - Ideals widmen. Wir wollen uns der Verantwortung voll bewusst sein, die mit dem Entstehen neuen Lebens verbunden ist und über die Welt meditieren, in die die neuen Wesen hineingeboren werden.
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Die Drei Erdberührungen

Die erste Erdberührung

Ich berühre die Erde und verbinde mich mit meinen Vorfahren und den Nachkommen meiner spirituellen und meiner leiblichen Familie. Meine geistigen Vorfahren umfassen den Buddha, die Bodhisattvas, die edle Gemeinschaft der Schüler und Schülerinnen des Buddha und meine eigenen spirituellen Lehrer und Lehrerinnen, seien sie noch am Leben oder schon verstorben.. Sie sind in mir gegenwärtig, weil sie mir Samen des Friedens, der Weisheit, der Liebe und des Glücks übertragen haben. Sie haben in mir die Quelle des Verstehens und des Mitgefühls erweckt. Wenn ich meine spirituellen Vorfahren betrachte, sehe ich solche, die in der Praxis der Achtsamkeitsübungen, des Verstehens und des Mitgefühls vollkommen sind, und auch solche, die darin noch nicht vollkommen sind. Ich akzeptiere sie alle, denn ich sehe in mir selbst Schwierigkeiten und Schwächen. Im Bewusstsein, dass meine Praxis der Achtsamkeitsübungen nicht immer vollkommen ist und ich nicht immer so verständnisvoll und mitfühlend bin, wie ich es gern wäre, öffne ich mein Herz und akzeptiere alle meine spirituellen Nachkommen. Einige meiner Nachkommen praktizieren die Achtsamkeitsübungen, Verstehen und Mitgefühl in einer Weise, die Vertrauen und Achtung hervorruft, aber es gibt auch solche, die vielen Schwierigkeiten begegnen und die in ihrer Praxis ständig Höhen und Tiefen unterworfen sind. In der gleichen Weise akzeptiere ich alle meine Vorfahren mütterlicher- und väterlicherseits. Ich erkenne all ihre guten Eigenschaften und ihre guten Taten an, und ich akzeptiere auch alle ihre Schwächen. Ich öffne mein Herz und akzeptiere alle meine leiblichen Nachkommen mit ihren guten Eigenschaften, ihren Begabungen und auch ihren Schwächen. Meine spirituellen und meine leiblichen Vorfahren, meine spirituellen und leiblichen Nachkommen sind alle sind ein Teil von mir. Ich bin sie, und sie sind ich. Ich habe kein eigenständiges Selbst. Alles existiert als Teil eines wundervollen Lebensstroms, der ständig fließt.
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Die zweite Erdberührung

Ich berühre die Erde und verbinde mich mit allen Menschen und allen Wesen, die in diesem Augenblick mit mir zusammen in dieser Welt leben. Ich bin eins mit dem wundervollen Muster des Lebens, das sich in alle Richtungen erstreckt. Ich erkenne die enge Verbindung zwischen mir und anderen und wie wir Glück und Leid teilen. Ich bin eins mit denen, die mit einer Behinderung geboren wurden oder die im Krieg, durch Unfall oder Krankheit eine Behinderung erlitten haben. Ich bin eins mit denen, die in Situationen des Krieges oder der Unterdrückung gefangen sind. Ich bin eins mit jenen, die im Familienleben kein Glück finden, die entwurzelt sind und keinen Frieden im Geist finden, die nach Verständnis und Liebe hungern und die nach etwas Schönem, Heilem und Wahrem suchen, das sie umarmen und an das sie glauben können. Ich bin jemand, der dem Tode nahe voller Angst ist und nicht weiß, was geschehen wird. Ich bin ein Kind, das an einem Ort lebt, wo furchtbare Armut und Krankheit herrschen, dessen Beine und Arme dünn wie Stöcke sind und das keine Zukunft hat. Ich bin auch der Hersteller von Bomben, die an arme Länder verkauft werden. Ich bin der Frosch, der im Teich schwimmt und dich bin die Schlange, die den Körper des Frosches braucht, um ihren eigenen Körper zu nähren. Ich bin die Raupe oder die Ameise, die der Vogel als Beute sucht, aber ich bin auch der Vogel, der nach Raupe und Ameise sucht. Ich bin der Wald, der gefällt wird. Ich bin die Flüsse und die Luft, die verschmutzt werden, und ich bin auch derjenige, der den Wald fällt und die Flüsse und die Luft verschmutzt. Ich erkenne mich in allen Wesen, und ich erkenne sie alle in mir. Ich bin eins mit den großen Wesen, die die Wahrheit von Nicht-Geburt und Nicht-Tod verwirklicht haben und die fähig sind, die Formen von Geburt und Tod, Glück und Leiden mit ruhigen Augen anzuschauen. Ich bin eins mit jenen Menschen, von denen es überall einige gibt, die ausreichenden Frieden des Geistes, Verstehen und Liebe in sich tragen, die fähig sind, das Wunderbare, Nährende und Heilende zu berühren und die die Kraft haben, die Welt mit einem Herz der Liebe und Händen der Fürsorge zu umarmen. Ich bin jemand, der genügend Freude, inneren Frieden und Freiheit hat und fähig ist, den Lebewesen Freude und Furchtlosigkeit zu bringen. Ich erkenne, dass ich nicht alleine und von anderen abgeschnitten bin. Die Liebe und das Glück großer Wesen auf diesem Planeten helfen mir, nicht in Verzweiflung zu versinken. Sie helfen mir, mein Leben auf bedeutsame Weise, mit wahrem Frieden und Glück, zu leben. Ich erkenne sie alle in mir, und ich erkenne mich selbst in ihnen allen.
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Die dritte Erdberührung

Ich berühre die Erde und lasse die Vorstellung los, dass ich dieser Körper bin und meine Lebenszeit begrenzt ist. Ich erkenne, dass dieser Körper, der aus den vier Elementen besteht, nicht wirklich ich ist, und dass ich nicht durch diesen Körper begrenzt bin. Ich bin Teil eines Lebensstroms von spirituellen und leiblichen Vorfahren, der seit Tausenden von Jahren in die Gegenwart fließt und für Tausende von Jahren in die Zukunft fließen wird. Ich bin eins mit meinen Vorfahren, ich bin eins mit allen Menschen und allen Wesen, ob sie nun friedlich und furchtlos oder voller Leid und Angst sind. In diesem Augenblick bin ich überall auf diesem Planeten gegenwärtig, ich bin auch in der Vergangenheit und in der Zukunft gegenwärtig. Die Auflösung dieses Körpers berührt mich nicht, genau so, wie das Herabfallen einer Pflaumenblüte nicht das Ende des Pflaumenbaums bedeutet. Ich sehe mich als Welle auf der Oberfläche des Meeres. Meine Natur ist das Wasser des Meeres. Ich erkenne mich in allen anderen Wellen und ich sehe alle anderen Wellen in mir. Das Erscheinen und Verschwinden der Form der Welle beeinflusst das Meer nicht. Mein Dharmakörper und mein Weisheitsleben sind nicht Geburt und Tod unterworfen. Ich erkenne, dass ich bereits gegenwärtig war, bevor mein Körper sich manifestierte, und dass ich gegenwärtig sein werde, nachdem sich mein Körper aufgelöst hat. Ich erkenne, dass ich selbst in diesem Augenblick woanders existiere, als nur in diesem Körper. Siebzig oder achtzig Jahre sind nicht meine Lebenszeit. Meine Lebenszeit, wie auch die Lebenszeit eines Blattes oder eines Buddha, ist unbegrenzt. Ich habe die Vorstellung hinter mir gelassen, dass ich ein Körper bin, der in Raum und Zeit von allen anderen Formen des Lebens getrennt ist.
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Die Fünf Erdberührungen

Die Erste Erdberührung

In Dankbarkeit verneige ich mich vor allen Vorfahren meiner leiblichen Familie. Ich sehe meine Mutter und meinen Vater, deren Blut, Zellen und Vitalität auch in meinen Adern fließen und jede Zelle in mir nähren.Durch sie sehe ich meine vier Großeltern. Ihre Erwartungen, Erfahrungen und ihre Weisheit sind vonso vielen Generationen von Vorfahren an sie übertragen worden. In mir trage ich das Leben, das Blut, die Erfahrung, die Weisheit, das Glück und auch die Sorgen aller Generationen. Das Leiden und all die Elemente, die transformiert werden müssen, werde ich durch meine Praxis transformieren. Ich öffne mein Herz und meinen Körper, um die Energie der Einsicht, Liebe und Erfahrung, die mir von all meinen Vorfahren übertragen wurde, in mich aufzunehmen. Ich erkenne meine Wurzeln in meinem Vater, meiner Mutter, meinem Großvater, meiner Großmutter und in all meinen Vorfahren. Ich weiß, dass ich nur die Fortführung dieser Ahnenreihe bin. Bitte übertragt mir eure Energie, stärkt und bewahrt sie. Ich weiß, dass es überall, wo es Kinder und Enkelkinder gibt, auch Vorfahren gibt. Ich weiß, dass Eltern ihre Kinder und Enkelkinder lieben und unterstützen, auch wenn sie aufgrund ihrer eigenen Schwierigkeiten nicht immer den richtigen Ausdruck für ihre Liebe finden. Ich erkenne, dass meine Vorfahren sich um eine Lebensweise bemüht haben, die auf Dankbarkeit, Freude, Vertrauen, Respekt und liebevoller Anteilnahme beruht. Als eine Fortsetzung dieser Vorfahren verbeuge ich mich tief und lasse ihre Energie mich durchströmen. Ich bitte meine Vorfahren um Unterstützung, Schutz und Kraft.
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Die Zweite Erdberührung

In Dankbarkeit verneige ich mich vor allen Vorfahren meiner spirituellen Familie.Ich erkenne in mir meine Lehrer, diejenigen, der mir den Weg der Liebe und des Verstehens gezeigt haben, den Weg, achtsam zu atmen und zu lächeln, zu vergeben und ganz im Hier und Jetzt zu leben. Ich erkenne durch meine Lehrer alle Lehrer über viele Generationen und Traditionen hinweg bis zu denen, die vor tausenden von Jahren meine spirituelle Tradition gegründet haben. Ich sehe den Buddha oder Christus oder die Patriarchen und Matriarchaten als meine Lehrer und spirituellen Vorfahren an. Ich erkenne, dass ihre Energie und die von vielen Generationen von Lehrern mich erfasst hat und für Frieden und Freude, Verständnis und liebevolle Güte in mir sorgt. Ich weiß, dass die Energie dieser Lehrer die Welt tief greifend verwandelt hat. Ohne den Buddha und all diese spirituellen Vorfahren würde ich nichts von der Übung wissen, durch die ich Frieden, Freude und Glück in mein Leben und in das Leben meiner Familie und der Gesellschaft bringen kann. Ich öffne mein Herz und meinen Körper, um die Energie des Verstehens, der liebevollen Güte und des Schutzes von den erwachten Lehrerinnen und Lehrern, ihren Lehren und von der Gemeinschaft der Übenden über viele Generationen zu empfangen. Ich bin ihre Fortsetzung. Ich bitte diese spirituellen Vorfahren, mir ihre unerschöpfliche Quelle von Energie, Frieden, Stabilität, Verständnis und Liebe zu übertragen. Ich will mich darin üben, das Leiden in mir und in der Welt zu verwandeln und ich werde die Kraft meiner spirituellen Familie an zukünftige Generationen von Übenden weitergeben. Meine spirituellen Vorfahren mögen ihre eigenen Schwierigkeiten gehabt haben und nicht immer in der Lage gewesen sein, die Lehren zu übermitteln, aber ich akzeptiere sie alle so, wie sie sind.
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Die Dritte Erdberührung

Dankbar verneige ich mich vor diesem Land und allen seinen Vorfahren, die es bewohnbar machten. Ich sehe, dass ich heil bin, geschützt und genährt von diesem Land und allen Lebewesen, die hier gelebt haben und mit all ihrer Sorgfalt das Leben für mich hier möglich und leicht machten. Ich sehe all die Bekannten und Unbekannten, die mit ihren verschiedenen Begabungen, ihrer Ausdauer und Liebe dieses Land zu einem Ort gemacht haben, an denen Menschen verschiedenen Ursprungs jetzt leben können. Ich sehe alle, die schwer arbeiteten, um Schulen, Krankenhäuser; Brücken und Straßen zu bauen, die die Menschenwürde schützten, Wissenschaft und Technik entwickelten und für Freiheit und soziale Gerechtigkeit kämpften. Ich fühle mich verbunden mit meinen Vorfahren, die in Freude und Eintracht mit der Natur zu leben verstanden und die Wälder, Berge, Tiere, Pflanzen und Mineralien dieses Landes bewahrten. Ich spüre, wie die Kraft dieses Landes meinen Körper und meinen Geist durchströmt, mich stützt und annimmt. Ich verspreche, diese Kraft zu pflegen und zu erhalten und sie an kommende Generationen weiterzugeben. Ich verspreche, meinen Teil beizutragen, um Gewalt, Hass und Täuschung, die noch tief im kollektiven Bewusstsein dieser Gesellschaft sitzen, zu verwandeln, damit künftige Generationen friedlicher und in größerer Sicherheit und Freude leben können. Ich bitte dieses Land um seinen Schutz und seine Unterstützung.
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Die Vierte Erdberührung

In Dankbarkeit und Mitgefühl verneige ich mich und übertrage meine Energie an jene, die ich liebe. Alle Energie, die ich erhalten habe, möchte ich nun meinem Vater, meiner Mutter, allen, die ich liebe, allen, die meinetwegen litten und sich sorgten, weitergeben. Ich weiß, dass ich in meinem Alltagsleben nicht achtsam genug gewesen bin. Ich weiß auch, dass die, die mich lieben, ihre eigenen Schwierigkeiten gehabt haben. Sie haben gelitten, weil sie nicht das Glück hatten, in einem Umfeld zu leben, das sie zu ihrer vollen Entwicklung ermutigte. Ich lasse meine Energie meiner Mutter, meinem Vater, meinen Brüdern und Schwestern, Freundinnen und Freunden, meinem Gatten, meiner Frau, meiner Tochter, meinem Sohn zufließen, damit ihr Kummer Linderung findet und sie lächeln können und Freude am Leben verspüren. Ich möchte, dass sie alle gesund und glücklich sind. Ich weiß, dass auch ich glücklich bin, wenn sie es sind. Ich empfinde gegenüber keinem dieser Menschen mehr irgendwelchen Groll. Ich bitte darum, dass alle Vorfahren meiner leiblichen und meiner spirituellen Familie ihre Energien auf jede und jeden von ihnen richten, um sie alle zu beschützen und zu unterstützen. Ich weiß, dass ich nicht von ihnen getrennt bin. Ich bin eins mit denen, die ich liebe.
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Die Fünfte Erdberührung

Mit Verständnis und Mitgefühl verneige ich, um mich mit all denen zu versöhnen, die mir Leid zugefügt haben. Ich öffne mein Herz und sende die Energie meiner Liebe und meines Verstehens all jenen, die mir Leid zugefügt haben, all jenen, die vieles in meinem Leben und im Leben meiner Lieben zerstört haben. Ich weiß, dass diese Menschen selbst viel Leid erfahren haben und dass ihre Herzen voller Schmerz, Wut und Hass sind. Ich weiß, dass jeder, der gelitten hat wie sie, sein Leiden an seine Umgebung weitergeben und andere leiden lassen wird. Ich weiß, dass sie kein Glück hatten und vielleicht niemals wirklich geliebt und umsorgt worden sind. Das Leben und die Gesellschaft haben ihnen auf vielerlei Weise zugesetzt. Sie wurden ungerecht behandelt und missbraucht. Niemand hat sie auf den Weg des achtsamen Lebens geführt. So haben sie viele falsche Vorstellungen über das Leben, über mich und über uns entwickelt. Sie haben uns und den Menschen, die wir lieben, Unrecht getan. Ich bitte die Vorfahren meiner leiblichen und spirituellen Familie, die Energie der Liebe und des Schutzes zu diesen Menschen zu schicken, die uns Leid zugefügt haben, damit ihre Herzen fähig werden, wie Blumen den Nektar der Liebe zu empfangen und zu voller Blüte zu gelangen. Ich bitte, dass sie Lebensfreude empfinden mögen, damit sie nicht weiter sich selbst und andere unglücklich machen. Ich sehe ihr Leid und möchte keinerlei Gefühle des Hasses und des Zorns gegen sie mehr hegen. Ich möchte nicht, dass sie leiden. Ich richte die Energie meiner Liebe und meines Verstehens auf sie und bitte alle meine Vorfahren, ihnen zu helfen.
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Das Anrufen der Bodhisattvas

Wir rufen deinen Namen, Avalokiteshvara.

Wir haben die feste Absicht, deine Art des Zuhörens zu erlernen, um das Leiden in der Welt lindern zu helfen. Du weißt, wie man zuhört, um zu verstehen. Wir rufen deinen Namen, um mit offenem Herzen und unserer ganzen Aufmerksamkeit das Zuhören zu üben. Wir werden dasitzen und zuhören, ohne voreingenommen zu sein. Wir werden dasitzen und zuhören, ohne zu verurteilen oder zu beeinflussen. Wir werden dasitzen und zuhören, um zu verstehen. Wir werden dasitzen und so aufmerksam zuhören, daß wir wirklich wahrnehmen können, was die andere Person sagt und auch, was sie nicht sagt. Wir wissen, daß wir schon durch tiefes Zuhören sehr viel Schmerz und Leid bei dem anderen lindern können.
(Glocke)

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Wir rufen deinen Namen, Manjushri.

Wir haben die feste Absicht, deine sanfte Art zu erlernen und so wie du tief in das Herz der Dinge und in die Herzen der Menschen zu schauen. Wir werden mit offenem Herzen und unserer ganzen Aufmerksamkeit schauen. Wir werden mit unvoreingenommenem Blick schauen. Wir werden schauen, ohne zu verurteilen oder zu beeinflussen. Wir werden so tief schauen, daß wir die Wurzeln des Leidens sehen und verstehen können, die unbeständige und selbstlose Natur all dessen, was existiert. Wir werden deinen Weg üben, mit dem Schwert des Verstehens die Fesseln des Leidens zu durchschneiden und so uns und andere Wesen zu befreien.
(Glocke)

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Wir rufen deinen Namen, Samantabhadra.

Wir haben die feste Absicht, dein Bestreben zu verwirklichen, mit den Augen und dem Herzen des Mitgefühls zu handeln. Wir geloben, morgens einem Menschen eine Freude zu machen und nachmittags den Schmerz eines anderen zu lindern. Wir wissen, daß das Glück von anderen unser eigenes Glück ist, und wir geloben, Freude auf dem Weg des Dienens zu verwirklichen. Wir wissen, daß jedes Wort, jeder Blick, jede Tat und jedes Lächeln andere glücklich machen können. Wir wissen, daß wir, wenn wir mit ganzem Herzen üben, zu einer unerschöpflichen Quelle von Frieden und Freude für unsere Lieben und alle Wesen werden können.
(Glocke)

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Wir rufen deinen Namen, Kshitigarbha.

Wir haben die feste Absicht zu lernen, so wie du gegenwärtig zu sein, da, wo Dunkelheit, Leid, Bedrängnis und Verzweiflung herrschen, und so wie du Licht, Hoffnung, Linderung und Befreiung zu bringen. Wir geloben, jene nicht zu vergessen, die sich in verzweifelter Lage befinden, und wir geloben, alles zu versuchen, um uns mit jenen zu verbinden, die keinen Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage finden und die über keinerlei Mittel verfügen, um Hilfe, Gerechtigkeit, Gleichheit und Menschenrechte zu fordern. Wir wissen, daß es überall in der Welt Situationen der Hölle gibt, und wir geloben, uns nicht daran zu beteiligen, noch weitere zu schaffen, sondern statt dessen energisch zu handeln, um solche Situationen abbauen zu helfen. Wir geloben, Stabilität und Ausdauer zu entwickeln, so daß wir die Tugenden der Erde erlangen können: stets treu und hilfreich jenen zu dienen, die uns brauchen.
(Glocke)

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Wir rufen deinen Namen, Sadhaparibhuta.

Wir haben die feste Absicht, deine Art zu erlernen, niemals ein lebendes Wesen zu verachten oder gering zu schätzen. Zu allen, denen du begegnest, sagst du mit großem Respekt: „Du bist jemand von großem Wert. Du hast Buddhanatur, ich sehe dieses Potential in dir.“ Wir werden so mit einem weisen, mitfühlenden Blick schauen, dass wir dadurch einen Spiegel hochhalten, in dem die anderen ihre wahre Natur reflektiert sehen. Wir werden Menschen, die sich wertlos fühlen, daran erinnern, dass auch sie ein kostbares Wunder des Lebens sind. Wir geloben, nur die positiven Samen in uns selbst und in anderen zu wässern, so dass unsere Gedanken, Worte und Handlungen Vertrauen und Selbstannahme fördern und stärken können; in uns selbst, in unseren Kindern, unseren Liebsten und in allen, denen wir begegnen. Inspiriert durch die Gewissheit und Einsicht, dass jeder ein Buddha ist, werden wir deine Art, alle einzubeziehen und deine Geduld praktizieren, damit wir uns von Unwissenheit und Missverständissen befreien und in uns selbst, in anderen und in unserer Gesellschaft Freiheit, Frieden und Freude schaffen können.
(3 Glockenklänge)

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Die fünf Gewissheiten

  1. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich alt werde. Es gibt keinen Weg, dem Altern zu entgehen.
  2. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich Krankheiten bekommen werde. Es gibt keinen Weg, dem Krankwerden zu entgehen.
  3. Es ist der natürliche Verlauf, dass ich sterben werde. Es gibt keinen Weg, dem Tod zu entgehen.
  4. Es ist der natürliche Verlauf, dass alles, woran ich hänge, und alle, die mir lieb sind, sich verändern. Es gibt keinen Weg, dem Getrenntwerden von ihnen zu entgehen.
  5. Meine Taten sind mein einzig wirkliches Erbe. Den Folgen meiner Taten kann ich nicht entgehen. Meine Taten sind der Boden, auf dem ich stehe.
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Einladen der Glocke

Gatha – Die Glöcke Läuten:

  1. Atemzug

    Körper, Rede und Geist sind vollkommen vereint,
    mein Herz begleitet den Klang der Glocke.

  2. Atemzug

    Mögen die Zuhörenden aus der Vergesslichkeit erwachen
    und alle Ängste und Sorgen überwinden.

Gatha – Die Glöcke Hören:

Horch, horch! Dieser wunderbare Klang der Glocke
bringt mich zurück zu meiner wahren Natur.

Dann laden wir die Glocke zu einem vollen Klang ein und genießen drei volle Atemzüge.

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