Betreff: Urgent Action!!! SOS!!! Dringende Hilfe gegen
laufende Gewalt beim buddhistischen Kloster Bat Nha, Vietnam
Sehr geehrte Damen und Herren,
namens
der Buddhistischen Gemeinschaft in Salzburg bitten wir um Ihre
Aufmerksamkeit auf die im Moment stattfindende Gewalt gegen das
Buddhistische Kloster Bat Nha der Provinz Lam Dong in Vietnam.
(Chronologie der Gewalt anbei)
In diesen Stunden werden die
Mönche und Nonnen von einem Mob aus angeheuerten Vandalisten,
Polizisten und Bürgermilizen mit Terror und Aggression aus ihrem
Kloster vertrieben. Die Mönche und Nonnen sind zusammen geschlagen,
geschubst und in den Transporter geladen. Sie werden bedroht,
umgebracht zu werden, wenn sie nicht gehorchen.
Die Straßen zu dem Kloster sind von der Polizei abgeriegelt, um die
Öffentlichkeit und die Hilfe von außen fernzuhalten.
Die
Hilferufe an die staatliche Provinzregierung und Polizeibehörden werden
ignoriert. Und laut der Aussage des Klostervorstehers Thich Duc Nghi
sei diese Aktion von dem Polizeigeneral Tran Tu des Polizeiministeriums
gesteuert.
Im Namen der Mönche und Nonnen im Kloster Bat Nha, in
der Tradition des Zenmeisters Thich Nhat Hanh, bitten wir Sie
dringend um Ihre Stimmen gegen diese fortschreitende Gewalt und zum
Schutz des Lebens von 400 Menschen, die meisten von ihnen sind unter 30
Jahre alt.
Bitte entnehmen Sie den aktuellen Bericht vor Ort im
Anhang. Zum Hintergrund des Geschehens zitieren wir den Artikel der New
York Times als einen der vielen Berichte in den Medien. Laufende
Informationen sind unter der Webseite www.helpbatnha.org zu finden.
Wir
sind überzeugt, dass Sie mit Ihren Mitteln den gerade geschehenden
Terror abmindern können, so dass es kein nachträgliches Bedauern
entsteht.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Buddhistische Gemeinschaft Salzburg
Bericht vor Ort:
Laufende Informationen:
[Help
Bat
Nha]
Chronologie der Ereignisse:
Nun ist es 9:45 Uhr in Vietnam, den 27.9.2009 (03:45 MEZ,
wir sind auf der Telephonleitung im
Kontakt mit dem Kloster Bat Nha. Die Lage ist sehr gespannt und gefährlich für das Leben der
Mönche und Nonnen:
• Von der Ansammlung der Angreifer (9:30 Uhr) bis zum Angriff sind die Polizisten im Zivil
immer anwesend und schreiten nicht ein. Es gibt den Eindruck, dass sie da sind, um den
Angriff zu kommandieren und dass die Angreifer von ihnen angeheuert sind.
• Die Mönche sitzen still in der 3. Etage des Wohnheims und senden Liebe und Ruhe an die
Menschen, die von falschen Vorstellungen verblendet sind. Sie beten dafür, dass der
Bodhisatva Avalokiteshvara das Feuer in dem Herzen dieser Angreifer lösche.
• Wir hören laute Geräusche von Zerstörungen am Telephon
• Sie werfen die Meditationssitzkissen auf den Hof
• Ungefähr 150 Menschen vandalieren gerade die 2. Etage des Mönchswohnheims Rung Phuong
Boi
10:30 Uhr:
Wir haben viele Schwierigkeiten, um im Kontakt mit dem Kloster zu bleiben. Jedoch
haben wir im Moment erfahren:
• Die Angreifer setzen das Ultimatum gegen die Klostergemeinschaft, innerhalb 2 Tagen das
Kloster zu verlassen
• Die Mönche wurden von dem Mob aus dem Wohnheim hinausgetrieben und sie rezitieren im
Moment Sutren im Flur
• Zwei Mönche sitzen meditierend im Mönchsgewand vor ihrem Zimmer
• Alle Gegenstände und persönliche Sachen wurden auf den Hof geschmissen
10:50 Uhr:
• Die Polizisten zerren die Brüder Pháp Hội und Pháp Tụ (zwei Hauptmönche der
Gemeinschaft) wie Tiere nach draußen
• Eine Buddhistin, die von den Polizisten gejagt wird, schreit weinend beim Wegrennen „Sehr
gefährlich geworden, liebe Brüder!“
11:06 Uhr:
• Es regnet gerade am Kloster Bat Nha, die Mönche sitzen im kalten Regen
• Die Polizisten rufen gerade die Wagen an, um die Mönche abzutransportieren
• Alle Wege zum Kloster sind gesperrt. Die Buddhisten, die sich zur Hilfe eilen, werden von
weit draußen abgeschirmt
• Es kommen noch mehr Polizisten, sie besetzen alle Zimmer und vertreiben alle Mönche auf
den Hof. Sie zwingen die Mönche, die persönlichen Sachen mitzunehmen, um abtransportiert
zu werden. Keiner weiss wohin
• Bei den Wohnheimen der Nonnen ist es noch ruhig
11:23 Uhr:
• Die Mönche sitzen im Kreis auf dem Hof, im kalten Regen des Hochlands
• Die Angreifer hören nicht auf mit Beschimfungen und Beleidigungen
• Die religiösen Gegenstände, Kleidungen und persönlichen Sachen, ... liegen verstreut und
verwahrlos im Regen
11:32 Uhr:
• Ein großer Transportwagen (normalerweise zum Transport von Baumaterial genutzt) ist auf
dem Weg zum Wohnheim Tam Ban Dau
12:02 Uhr:
• Die Mönche sitzen ohne Schutz im Regen seit 1 Stunde 30 Minuten (Seit 10:30 Uhr,
vietnamesischer Zeit, hat es geregnet). Es ist sehr kalt hier.
• Die Verkehrspolizisten in Uniform kontrollieren und versperren alle Wege zum Kloster. Die
Polizisten im Zivil beobachten die Lage mit vielen modernen Geräten
12:20 Uhr:
• Die Angreifer zerstören alle Eingangstüren. Sie vertreiben die Nonnen auf den Hof. Es regnet
weiterhin am Tempel Bat Nha
• Die Nonnen versperren ihre Zimmertüren und verstecken sich in ihren Zimmern
• Die Angreifer, geführt von den Polizisten, ziehen sich jetzt zu dem Nonnenwohnort May Dau
Nui
• 4 Taxis kommen durch das Haupttor des Klosters
12:39 Uhr:
• Die Polizisten drängen die Mönche auf den großen Transportwagen. Keiner weiss, wohin sie
gefahren werden.
13:12 Uhr:
• Die Angreifer, mobilisiert von der Polizei, sind auf dem Weg, den Wohnort Bep Lua Hong
anzugreifen, dort gibt es zwei Nonnenwohnheime
• Die Nonnen schießen sämtliche Türen ab und verschanzen sich innen
• Die Polizisten fahren die Mönche in den 3 Taxis bis zum Tor des Wohnorts May Dau Nui und
lassen sie aussteigen. Keiner weiss, was die Polizisten vorhaben.
13:21 Uhr in Vietnam (07:21 MEZ)
• Einer hat Herrn Son von der Polizei der Provinz Lam Dong angerufen, um Hilfe zu bitten. Er
hat geantwortet: „Das sind radikale (!) Bürger, deshalb wagt er es nicht, sich einzumischen“,
dann hat er sofort den Hörer aufgelegt.
14:48 Uhr:
• Die Mönche werden auf dem Transport gebracht und brutal zusammen geschlagen, und zum
Tor des Wohnorts May Dau Nui gefahren
• Einige Mönche liegen auf den Straßen, so dass sie noch nicht abtransportiert werden können
• Viele Buddhisten rufen Herrn Hiep, den Vize-Präsidenten der Provinzpolizei an, um Hilfe
gegen diese Gewalt zu bitten. Er antwortet: „Das ist die innere Angelegenheit der Buddhisten,
wir mischen uns nicht ein.“ und legt den Hörer auf.
• Einige Buddhisten, die eng zu dem Abt Duc Nghi stehen, rufen ihn unter der Rufnummer
0975484970 an. Er sagt: „Das ist die Entscheidung von dem Polizeigeneral Tran Tu des
Polizeiministeriums ... Ich bin nur ein Opfer dieser ganzen Geschichte.“
• Telephonkontakt mit dem Verwaltungsrat der Provinz Lam Dong, darunter den Herren Le
Thanh Phong - Stellvertretender der KP der Provinz, Truong Van Thu - Stellvertretender der
Provinzregierung und Ho Ba Thang - Vorsitzender der Heimatfront, um Hilfe zu bitten. Einer
antwortet: „So eine Gewalt ist kaum möglich. Wir werden nachprüfen.“ und legen den Hörer
auf.
14:57 Uhr:
• Ca. 50 Mönche sind der Kälte und dem Hunger ausgesetzt, am Tor von May Dau Nui
• Ein junger Praktizierender wird zusammen geschlagen, Blut fließt aus seinem Mund.
• Ein junger Mönch wird am Hals gepackt und in den Wagen geworfen
• Noch 30 Mönche sind im Kloster eingesperrt
16:30 Uhr:
• Sie drängen die Nonnen am Wohnort May Dau Nui zum Gemüsegarten, einige Nonnen sind
auf den Treppen gestürzt. Die Angreifer schlagen auf die Nonne mit dem Stock sehr brutal ein.
• Die Mönche sind sehr schwer zusammen geschlagen. Sie sind weggebracht worden.
16:33 Uhr:
• Die Angreifer, unter der Regie von der Polizei und der Behörden, schlagen und drängen die
Nonnen zum Tor von May Dau Nui. Die Polizisten filmen die Lage und schreiten nicht ein.
• Die Hochwürdigen des Ordiniertenrates des staatlichen Buddhistischen Verbands Vietnam der
Provinz Lam Dong rufen drei hohen Staatsbeamten an, die Herren Le Thanh Phong -
Stellvertretender der KP der Provinz, Truong Van Thu - Stellvertretender der Provinzregierung
und Ho Ba Thang - Vorsitzender der Heimatfront, um Hilfe zu bitten. Alle drei antworten, dass
am Kloster Bat Nha nichts passiere.
17:20 Uhr:
• Anbei ist der Bericht von einer Buddhistin, die eine Regierungsangestellte ist (gemäß ihrer
Aussage). Der Bericht wurde an uns um 11:58 Uhr (Pariser Zeit):
„Ich bin eine von der Regierung und sehe mit meinem eigenen Augen, wie sehr viele Polizisten die
Mönche und Nonnen vertreiben. Unter den filmenden Menschen habe ich Herrn Long von der
Bezirkpolizei erkannt, er trägt einen Mundschutz und filmt die ganze Szene. Es tut mir sehr leid um
die Mönche und Nonnen. Bei den Nonnen schlagen sie die Fenster ein und drängen die Nonnen aus
ihren Zimmern. In Bao Loc regnet es sehr stark, sie sind sehr herzlos. Die angeheuerten Menschen
beschimpfen und beleidigen die Mönche und Nonnen, die Behörden führen Regie, sie wollen die
Hauptmönche in den Transporter laden. Der Name des Bodhisatva Avalokiteshvara wird
gemeinsam laut rezitiert.
Ich habe diese Szene im Jahr 1963 gesehen. Nun sehe ich wie die Kleider von den Mönchen
gerissen werden, wie ihre Bettelschalen zertrümmert werden und wie sie die Hauptmönche Phap
Hoi, Phap Tu anschreien. Es ist eine unvorstellbare Brutalität zu sehen, während die Novizen die
Mönche umarmen, bei der Rezitation des Namen des Bodhisatva, sind die Kleider der Mönche von
den Angreifern herunter gerissen, ihre Bettelschalen sind getreten. Die angreifenden Männer
schlagen die Mönche mit Seilen auf die Brust. Ich kann nicht mehr durchhalten, als die Mönche auf
den Transport gezerrt sind. Trotzdem sind die Gesichter der Angreifer mit einem Lächeln ganz
entspannt. Die jungen Nonnen und Mönche trennen sich von den älteren Mönchen und opfern sich
freiwillig, in den Transporter hinein.
Ich bin sehr gerührt und rufe mein Kind an. Mein Kind sagt, das sei eine offizielle staatliche
Maßnahme und bittet mich, sofort nach Hause zu gehen, so dass man mich nicht antue. Am Tor
habe ich Herrn Thanh und die Beamten von verschiedenen Behörden gesehen. Sie öffnen den
Wagentür und schieben die Mönche hinein.“
17:29 Uhr:
„Sie mißhandeln die Mönche und Nonnen mit allen Mitteln. Bitte helfen Sie uns!!! Sie sagen, wer
nicht gehorcht, wird umgebracht! Die Vandalisten kommen in großer Menge, die Polizisten sind
überall im Kloster. Jede Tür wird kaputt geschlagen. Bitte helfen Sie 400 Ordinierten im Kloster Bat
Nha, das Blut ist geflossen. Regen, Tränen und Blut sind in Bao Loc geflossen. Sie sperren den Weg
zum Kloster. Die Polizei und alle Behörden sind anwesend.“ Das ist der Hilferuf von einem Mönch
aus dem Kloster Bat Nha.